Ausrüstung

Autor: Peter Möllmann

Ein wichtiges Organisationsmittel für die Logistik ist die Packliste. Diese ist idealerweise in Form einer Excel-Liste verfügbar. Denn entsprechend der Touren wird diese mit den erforderlichen Utensilien sowie Gegenständen bestückt, die je nach Ausgestaltung der Tour notwendig sein können.

Die Packliste – ein Beispiel

Abgebildet ist hier die Packliste von Peter Möllmann. Nicht alles, was dort zu finden ist, wird jedes Mal mitgeführt. So gibt es zum Beispiel auf langen Streckenabschnitten nicht immer entsprechend die Möglichkeit, sich mit Nahrungsmitteln – insbesondere Getränke – einzudecken. Kritisch wird es, wenn der Glykogenspeicher entleert ist und noch viele Kilometer zu fahren sind. Kenner nennen diese Situation auch „Hungerast“. Ist dieser erreicht, ist der Körper total entkräftet und ein Weiterkommen nur noch unter erschwerten Bedingungen möglich. Der Körper zeigt Schwäche, es zeigt sich ein komisches Körpergefühl und der kalte Schweiß tritt aus den Poren. Daher ist es sinnvoll, entsprechende Power-Riegel für den Notfall mitzuführen.

An sehr heißen Fahrtagen ist neben dem Flüssigkeitsausgleich auch der Ausgleich des Salzhaushaltes zu erwähnen. Hierfür werden gesalzene Erdnüsse eingepackt, die dann unterwegs in kleinen Portionen eingenommen werden. Auch einige Medikamente sowie andere nützliche Artikel des täglichen Bedarfs gehören zu den Reiseutensilien.

Zur Ausrüstung gehört die wetterfeste Kleidung; Regenjacke, Regenhose sowie regendichte Gamaschen für die Schuhe. In der Hoffnung, dass sie vielleicht gar nicht benötigt wird, ist es ein gutes Gefühl, mit dieser Ausrüstung selbst bei lang anhaltendem Regen relativ trocken fahren zu können.

Die Kunst ist es, immer wieder aufgrund des mitzuführenden Gesamtgewichts auszutarieren, welche Ausrüstung benötigt wird. Ansonsten kann unterwegs jedes Gramm zu viel die Motivation – insbesondere bei Gegenwind bzw. beim Berghochfahren – belasten. So unscheinbar einige Hilfsmittel auch sein mögen, irgendwann wird eines benötigt. So das Mückenabwehrspray, welches Günter beim Durchqueren des Sumpfgebietes in Polen („Kluki“) nicht dabei hatte und wir ihm aber damit aushelfen konnten.

Auch technische Geräte sind beliebte Hilfsmittel. Dazu zählen die Navigationsgeräte, Handys sowie starke Powerbanks, die unterwegs die manchmal notwendige Stromversorgung gewährleisten.

Peter Möllmanns Packliste für den Europaradweg als PDF-Datei

Wie und wo alles am Rad Platz findet

Zum Schluss des Artikels beschreiben wir noch die Ausgestaltung des Rades mit den Taschenelementen. Hierzu ist zu sagen, dass es jeder Fahrer für sich entscheidet, welche Taschenkombination mitgeführt wird und wie die Taschen am Rad positioniert werden.

So habe ich mir für diese fast 1000 km lange Tour in diesem Jahr kleinere Hinterradtaschen (je 15 Liter Fassungsvermögen) gekauft. Weiteres Gepäck wird dann in der neu angebrachten Unterrohrtasche (ca. 8 Liter) – dafür habe ich leider einen Trinkflaschenhalter opfern müssen – sowie in dem ebenfalls neu erworbenen Bag (10 Liter) für den Gepäckträger verstaut, der ruckelfrei an den entsprechenden Einsparungen befestigt werden kann. Hintergrund ist einfach eine günstigere Gewichtsverteilung auf dem Rad. Dafür habe ich auch einen Gepäckträger angebaut, der für die anzubringenden Taschen einen niedrigeren Schwerpunkt ermöglicht, um die Fahreigenschaften zu verbessern. Ebenso sind alle Taschen absolut wasserdicht.

Die Packliste wird – wenn nötig – vor jeder Reise ergänzt, damit der Überblick erhalten bleibt. Grundsätzlich hat sich die Ausrüstung im Verlauf der letzten Jahre ständig verbessert. Dazu gehört der Bereich der Kleidung, das Rad und dessen Ausstattung selbst sowie auch die technischen Geräte und hier insbesondere die Navigationstechnik. Aber auch die körperliche Vorbereitung hat sich von Jahr zu Jahr entwickelt, weil die doch manchmal anspruchsvollen Touren einen daran erinnerten, das nächste Mal mehr Zeit in die Vorbereitung zu investieren.

Hubert als Packesel:

Das Rad

Autor: Günter Stuntebeck

Wir benutzen Trekking-Räder, die schwerer und wesentlich stabiler als “normale” Reiseräder aufgebaut sind. Unplattbare Reifen sowie verstärkte Speichen geben einen sehr hohen Pannenschutz. Gefederte Sattelstützen schonen den Rücken. Verstärkte Bremen, teilweise hydraulisch, bringen das schwerbepackte Rad im Falle eines Falles schnell zum Stehen. Vorne und hinten können an entsprechenden Befestigungsstreben wasserdichte Packtaschen am Rad angebracht werden. Die Lichtanlage ist technisch einwandfrei; mit Dauerbeleuchtung vorne und hnten. Eine Kettenschaltung, in der Regel vorne 3-fach und hinten 9-10 fach sortiert, sorgt für die richtige Übersetzung auf dem jeweiligen Untergrund.

Jedes Rad ist genau auf den jeweiligen Fahrer und dessen Ergometrie eingestellt, was Rahmenhöhe, Sattelhöhe zur Kurbel sowie Abstand zum Lenker betrifft. Halterungen für Trinkflaschen sind selbstverständlich; Radwerkzeug und Flickzeug findet in Satteltaschen Platz. Durch spezielle Befestigungen werden Powerbanks für die Navigationsgeräte angebracht.

Vor und nach jeder Fahrt wird eine technische Überprüfung des Rades vorgenommen; ebenso abendliche tägliche Pflege von Ketten (reinigen und ölen). Desweiteren werden die Bikes täglich grundgereinigt.