Tour 2014 – Zusammenfassung

Der Mühlen-Express

Zum Tourstart im KJ 2014 reisten wir per Auto mit Anhänger an, auf dem wir die Räder samt Gepäck transportierten. Ein befreundeter LKW-Fahrer brachte uns nach Calais und fuhr am Folgetag zurück in die Heimat. Am ersten Abend lernten wir dann bereits die typisch französischen Speisen und deren Preise kennen; wir entschieden uns für einen „Burger“ mit sehr viel Käsesoße für ungefähr € 15,00. Das war noch die günstigste Auswahlmöglichkeit.

In Frankreich beginnend führte uns der R1 an der Kanalküste entlang Richtung Belgien. Die anfängliche Route erwies sich als sehr hügelig (Dünenhopping). In Watten besuchten wir die Museumsanlage „Blockhaus von Eperleque“. Es handelt sich um eine gewaltige Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier wurde auch die Vergeltungswaffe gebaut. Das war bereits ein eindrucksvolles Erlebnis.

Der Europaradweg R1 ist in Frankreich äußerst lückenhaft ausgeschildert. Dagegen war der befahrbare Untergrund über weite Streckenteile jedoch von guter Qualität. An der Kanalküste lernten wir auch einen großen Feind des Radfahrers kennen – den Wind. Nach dem schnellen „Mittagessen“ an der Pommesbude blickte uns ein sehr steiler Anstieg entgegen, der erst nach der Kurve ersichtlich war. Hier trennte sich bereits die Spreu vom Weizen und es war ersichtlich, wer sich gut auf die Tour vorbereitet hatte.

In Belgien führte der Weg weiter über Diksmuide zum küstennahen Nieuwpoort. An den landestypischen Kanälen vorbei über Brügge und Damme erreichten wir die niederländische Grenze.

Höhepunkt des Weges durch Belgien ist zweifelsohne die UNESCO-Weltkulturerbestadt Brugge/Brügge mit ihrem historischen Stadtkern. Aber auch der Küstenort Nieuwpoort, das historische Damme und nahe Diksmuide das einstige Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges mit den Soldatenfriedhöfen, Denkmalen und sonstigen Reliquien aus dieser Zeit sind einprägsam. Wie der Weg auf der Kurischen Nehrung in Litauen gilt die 16 Kilometer lange Kanalpassage entlang der Damse Vaart zwischen Brugge/Brügge, Damme und der niederländischen Grenze als Filetstück des Europaradweges R1 (Quelle: IS.RADWEG. 2013).

Die Qualität des Europaradweges R1 in Belgien ist ausnahmslos gut. Auch in Belgien haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Nahrungsmittelpreise höher ausfallen als in Deutschland.

In den Niederlanden führte uns der Europaradweg von der belgischen Grenze an der Nordseeküste entlang Richtung Osten zur deutschen Grenze nach Zwilbroek. In den Niederlanden konnten wir uns wegen der Sprache schon wieder „heimisch“ fühlen, da hier bereits wieder öfter Deutsch gesprochen wurde. Auch die Speisenangebote kamen uns wieder bekannt vor. Wir merkten bereits von Beginn an, dass der Kalorienverbrauch durch die Anstrengungen immens war und es ebenso wichtig war, die Kohlenhydratspeicher immer wieder rechtzeitig aufzufüllen.

Typisch
Typische Bauweise in den Niederlanden

Der Wegverlauf durch die Dünenlandschaften der Nordseeküste, über die Sturmwehre und Dämme der Deltawerke, die beiden Fährfahrten und die Passage durch den neuen Rotterdamer Hafen machen ihn unverwechselbar. Östlich von Den Haag bietet sich dem Radwanderer dann eine wahre Vielfalt von Landschaftsbildern: die typisch holländische Kanallandschaft bis Utrecht, der hügelige waldreiche Nationalpark Veluwezoom bei Arnheim, die Passage entlang des Nederrijn und die Parklandschaft des Achterhoek. Die Wegführung ist interessant und abwechslungsreich. Neben den größeren Städten wie Vlissingen, Den Haag, Utrecht und Arnheim sind es auch immer wieder kleinere geschichtsträchtige Orte, wie beispielsweise Scheveningen, Worden, der Nationalpark Veluwezoom sowie die Parklandschaft mit den Herrenhäusern nahe der deutschen Grenze, die überraschen und den Europaradweg R1 hier in den Niederlanden als kurzweilig in Erinnerung bleiben lassen. Alle diese Wege sind vorbildlich ausgeschildert – die Qualität der meist separaten Radwege und wenig befahrenen Straßen kann, bis auf nur wenige Abschnitte, als gut bis sehr gut bezeichnet werden  (Quelle: IS.RADWEG. 2013).

Unendliche Weiten am Wasser entlang
Das war der Weg

In Vreden beendeten wir sozusagen unseren Auslandsaufenthalt und fuhren am nächsten Morgen durch das Münsterland noch bis nach Münster, unser Etappenendziel dieser Tour. Der Gesamtverlauf der von uns gefahrenen Strecke betrug 754 km.

Kultur

 

Unterwegs traf sich der Landkreis Vechta

 

Die Heimat hatte uns das erste Mal wieder

Autor: Peter Möllmann

 

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