Tour 2016 – Zusammenfassung

Im Jahr 2016 begann die Reise in Berlin. Mit dem Rad fuhren wir über die deutsch-polnische Grenze die Oder überquerend immer der polnischen Ostseeküste entlang Richtung Danzig bis an die polnisch-russiche Grenze, die sich auf der Landzunge des Frischen Haffs auf Höhe Gronowo befindet. (Gronowo nenne ich nur, damit der Leser ungefähr in Erfahrung bringen kann, welche Breitengradhöhe gemeint ist)

In Polen führte uns der R1 durch attraktive Seengebiete und Wälder.

Die Seenplatte in Ostdeutschland

 

Herrliche Aussichten

Wir besichtigten einige historische Denkmäler. Jedenfalls so oft, wie es die Zeit zuließ.

Wir überwanden das Sumpfgebiet von „Kluki“. Nichtsahnend folgten wir dem Originalweg und fanden ein weiters Sumpfgebiet vor, welches zu durchqueren war, um an das Ziel zu kommen. Für ca. 8 km benötigten wir ungefähr drei Stunden bei sengender Hitze und von aggressiven Stechmücken verfolgt. Günter hatte es leider verpasst, sich vor Beginn der Tagestour mit einem Mückenschutzmittel einzusprühen. Das bereute er und wir konnten ihm schnell aushelfen.

Auf der Mitte des Weges konnten wir einige Richtungshinweisgeber lesen. Darunter war auch ein Schild mit der Aufschrift „No surface for bicycles“ zu finden. Der Hinweis kam jedoch zu spät und wir wollten nicht umkehren. Um einige Schlammlöcher zu überwinden, warfen wir uns die Packtaschen gegenseitig zu und hievten die Räder – leider nicht immer ohne Schlammreste – über die Löcher. Thomas hatte es erwischt und er sackte bis zur Gürtellinie in eines der Löcher. Schadenfreude war nicht angesagt; es war eine Tortour ohnegleichen.

Deutsch-polnische Freundschaft mitten im Sumpf

 

Kurze Strecken – lange Distanzen

Als wir wieder in der Zivilisation ankamen, sahen wir einen Bauernhof am Ende des Sumpfgebietes. Der Bauer dort schüttelte nur mit dem Kopf und erlaubte uns seinen Gartenschlauch zu benutzen, um uns und die Räder vom „Moor“ zu befreien. Das war ein unvergessliches Erlebnis, über das wir uns später noch oft unterhielten.

Im gesamten Polen ist eine Verständigung mit Englisch gut möglich. Je östlicher wir jedoch kamen, umso schwieriger wurde die Kommunikation auch mit Englischkenntnissen. Auch benutzten wir nun öfter viel befahrene Straßen ohne Radwege. Hier merkten wir schnell, dass Aufmerksamkeit gefragt war, obwohl die polnischen Autofahrer insgesamt sehr umsichtig gefahren sind.

Wir wollen noch die Begegnung in „Kluki“ mit einer älteren Dame erwähnen, die uns – kurz bevor wir in das Sumpfgebiet eingefahren sind – freundlicherweise mit Getränken versorgte. Überwiegend ist die Verköstigung und die Gastronomie in Polen von Gastfreundschaft und Qualität gekennzeichnet.

An der polnisch-russischen Grenze – über die Nehrung kommend (Danziger Bucht – Jurata Hel) sowie weiterführend über die Landzunge des Frischen Haffs – „feierten“ wir den Sieg des Ankommens. Die letzten 5 Kilometer zur Grenze sind allerdings auch noch eine Erwähnung wert. Zunächst zeigten uns unsere Navigationsgeräte die Route nicht mehr an. Wir fragten uns durch, um die Richtung zur Grenze zu erfahren. Schilder gab es dort nicht. Mitten durch ein weiteres Waldgebiet hindurch sollte es zur Grenze gehen. Die Richtung konnten wir nur erahnen, bis uns im nächsten Moment ein heftiges Gewitter im wahrsten Sinne des Wortes überrollte. Die Gewitterzelle befand sich direkt über uns. Blitze schlugen in den Wald hinein. Wir entfernten uns von unseren Rädern und stellten uns in einigen hundert Metern Abstand voneinander entfernt auf den Weg, zogen äußerst schnell unsere Regenklamotten an und warteten ab. Nach einer Viertelstunde war alles vorbei. Kurze Zeit danach kam uns ein Wanderer entgegen und sagte uns, dass die Grenze noch ca. 500 Meter entfernt sei.

Unwetter-kurz-vor-dem-Ziel-die-erste-russische-Grenze

Zum Tourende erlaubten wir uns den Luxus, von der Grenze „abgeholt“ und mit unseren Rädern zurück nach Danzig transportiert zu werden. Wir waren von innen und außen total durchnässt und freuten uns, noch einen Tag in Danzig verbringen zu dürfen, ohne das Rad benutzen zu müssen. Hier sprechen wir ein großes Lob an Thomas aus, der diesen Transport bereits vor Tourantritt plante und vorbereitete. Von Danzig ging es dann am nächsten Tag mit dem Zug Richtung Heimat. Es war eine recht lange – aber zusammen mit den übrigen Fahrgästen auch interessante – Zugfahrt.

Der Gesamtverlauf der von uns gefahrenen Strecke betrug 714 km.

Autor: Peter Möllmann

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